Folge 75: Speak-up-Kultur als Leadership-Aufgabe Warum Schweigen zum Risiko wird (mit Gast Philipp Wissing) – Podcast Personalmanagement 

Gast: Philipp Wissing, Blueprint for Free Speech

Warum schweigen Mitarbeitende, obwohl sie Probleme, Fehlentwicklungen oder Risiken längst erkannt haben? Und was sagt es über Leadership und Unternehmenskultur aus, wenn Menschen erst besonderen Mut aufbringen müssen, um kritische Themen anzusprechen? Darüber spricht Moderator Michael Braun in dieser Folge mit Philipp Wissing von Blueprint for Free Speech. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Whistleblowing, Hinweisgeberschutz, Organisationskultur und Vertrauen und koordiniert die Arbeit von Blueprint for Free Speech in Deutschland. Aktuell arbeitet er unter anderem im EU-kofinanzierten Projekt STAIRS, das sich mit dem Hinweisgeberschutz beschäftigt und den Zugang zu Informationen über Rechte und Schutzmöglichkeiten verbessern möchte.

Im Mittelpunkt der Folge steht die Frage, wie Unternehmen eine echte Speak-up-Kultur entwickeln können. Denn eine gesetzlich vorgeschriebene Meldestelle allein schafft noch kein Vertrauen. Mitarbeitende beobachten sehr genau, welche Kritik tatsächlich erwünscht ist und wie Führungskräfte reagieren, wenn unangenehme Themen angesprochen werden. Wird Schweigen zur vermeintlich sichereren Alternative, kann daraus ein Risiko für die gesamte Organisation entstehen.

Themen dieser Folge:
– Warum schweigen Mitarbeitende, obwohl sie Probleme und Risiken erkennen?
– Wann wird Schweigen für Unternehmen selbst zum Risiko?
– Warum reicht eine gesetzeskonforme Meldestelle für eine echte Speak-up-Kultur nicht aus?
– Was unterscheidet Feedbackkultur von Speak-up-Kultur?
– Welche Rolle spielt psychologische Sicherheit in Teams?
– Woran lässt sich erkennen, dass Mitarbeitende kritische Themen lieber für sich behalten?
– Warum ist die erste Reaktion einer Führungskraft auf schlechte Nachrichten so entscheidend?
– Welche Verantwortung tragen HR, Leadership und Compliance gemeinsam?
– Wie lässt sich Speak-up-Kultur in Führungskräfteentwicklung, Recruiting und Onboarding verankern?
– Wie können Unternehmen den Schritt von formalen Vorgaben zu einer tatsächlich gelebten Kultur schaffen?

Eine zentrale Erkenntnis des Gesprächs: Mitarbeitende sollten keine Heldinnen und Helden sein müssen, um auf Probleme hinzuweisen. Speak-up-Kultur ist deshalb weit mehr als Compliance – sie ist eine Leadership-Aufgabe. Unternehmen, die kritische Stimmen zulassen und ernst nehmen, können Probleme früher erkennen, Risiken reduzieren und eine Kultur schaffen, in der Vertrauen tatsächlich gelebt wird.

Weitere Informationen:
Blueprint for Free Speech: www.blueprintforfreespeech.net/de/startseite
Projekt STAIRS: www.stairsproject.eu